Wie wurden Zähne im Mittelalter behandelt?

Bei einem Blick auf die Zahnbehandlungsmethoden im Mittelalter kommen wir uns mit den Klagen über die heutigen Schmerzen von Zahnbehandlungen oder Spritzen schnell albern vor.

Bevor Philipp Pfaff zum Ende des 18. Jahrhunderts die Zahnheilkunde begründete und sich der Beruf zunehmend etablierte umgab die Tätigkeit ein zwielichter Schatten: Scharlatane, Hochstapler und andere zwielichtige Gestalten boten obskure Methoden zur Zahnheilung an und hofften auf schnelles Geld.

Mangelnde Hygiene

Aufgrund der schlechten hygienischen Situation und des mangelnden Wissens über bakterielle Erreger und Infektionen war Karies im Mittelalter im wahrsten Sinne des Wortes “in aller Munde”. Zahnbürsten gab es nicht. Die einzige Abhilfe konnten Zweige zum Kauen oder Bürsten aus schwachem Rosshaar bieten.

Zahnreißer und Zahnbrecher

Die gebräuchliche Bezeichnung Zahnreißer oder Zahnbrechern lässt bereits im Wortlaut Schlimmes vermuten. Ohne die heutigen Narkose-Möglichkeiten ware die einzigen Betäubingsmittel Kräuter wie Mohn, Alraunen oder Bilsenkraut. Daneben galt besonders der Alkohol als schmerzhemmendes Mittel. Ein Eingriff erfolgte außerdem so schnell wie möglich, um die Zeitspanne des Schmerzen möglichst gering zu halten.